Gesellschaft Gardasee

Einige Großgrundstücksbesitzer, wie die Feltrinelli, die Bettoni, die Cazzago und die Comboni, waren Eigentümer von vielen Feldern, die von angestellten Bauern und die „Giardinieri“ bebaut wurden.

Der Vertrieb mit den Früchten wurde von Ihnen selbst vorgenommen, während die kleinen Züchter ihre Produkte an Zwischenhändler weitergeben mussten, die fast die ganze Menge aufkauften und auf den ausländischen Märkten absetzen, wo sie große Gewinne erzielten.

Am 8. März 1840 gründeten 254 Zitronenanbauer eine landwirtschaftliche Genossenschaft, die „Società Lago di Garda“ genannt wurde, um der Ausbeutung durch die Zwischenhändler ein Ende zu setzen und den Vertrieb dieser wertvollen Produkte zu fördern.

Die „Società Lago di Garda“ wurde am 9. Januar 1841 in Gargnano öffentlich eingetragen. Ein Jahr später wurde die rechtliche Gründung erfolgte nach einem Jahr Probezeit, denn die Verantwortlichen wollten erst die Machbarkeit des Vorhabens prüfen. Die Spekulationen wurden in kurzer Zeit unterdrückt und die Produzenten konnten die besten Märkte Mitteleuropas erobern.

In den Jahren 1841-1845 erzielte die „Società Lago di Garda“ Verkäufe von 6 Millionen Zitronen jährlich, während 30 Jahre später der Umsatz auf nur 1,3 Millionen zurückging, eine Verminderung von 78%.

Im Jahre 1921 wurde die Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der letzte Verkauf von Zitronen wurde im Jahr 1929 getätigt: zirka 435.000 Zitronen. Der Anbau von Zitrusfrüchten endete de facto mit dem 2. Weltkrieg.

Der alte Sitz der Gesellschaft im baufälligem Gebäude neben dem Kloster San Francesco steht seit Jahre leer.

Der Bau ist von beträchtlicher Größe und befindet sich eingangs des Ortes Gargnano, wenn man vor der Gardesanastraße in Richtung Ortszentrum abzweigt.

Teil von die Buch „Die Zitronengärten am Gardasee Vergangenheit und Gegenwart“ von Leila Losi